Die Aprikose

Geschichte

Eine Quelle besagt, dass die Aprikose ursprünglich aus China stammt und dass dort die ersten wilden Bäume im Norden vor etwa 5000 Jahren veredelt und kultiviert worden sind. Eine andere meint, dass die Aprikose in Armenien in der Antike bekannt war und angebaut wurde. Der botanische Name leitet sich auch aus dieser Annahme ab: Prunus armeniaca. Um 330 v.Chr. brachten Soldaten die Aprikose in den Mittelmeerraum, und um 50 v.Chr. wurde sie von den Römern über die Alpen gebracht, wobei sie sich sukzessive weiterverbreitete.

Anbau

Aprikosen gedeihen auch in sandigen Böden, und Hitze oder Trockenheit macht ihnen nicht sehr viel aus. Die gelborangen Früchte werden heute in allen wärmeren Klimazonen rund um die Welt angebaut – insbesondere in Mittelmeerstaaten wie etwa Italien oder Spanien. Aber das weitaus grösste Anbaugebiet liegt in der osttürkischen Provinz Malatya. In der Schweiz produzierte Aprikosen stammen praktisch alle aus dem Wallis. Dort wird neben den Sorten Colomer, Bergeron oder Goldrich vor allem die im Jahre 1838 vom Bauer Gabriel Luizet angebaute und nach seinem Namen benannte Sorte kultiviert. Sie war lange Zeit die am weitesten verbreitete Sorte in der Schweiz. Neuere Sorten erlauben eine Ernte von Ende Juni bis Ende August. Ohne Witterungsschutz vor Spätfrost oder Hagel wäre die Produktion von Aprikosen heute kaum mehr denkbar. Aprikosen stellen flä­ chenmässig nach Äpfeln und Birnen die am dritthäufigsten angebaute Frucht in der Schweiz dar. In Jahren mit grossen Erntespitzen ergeben sich logischerweise grosse Lagerbestände, die in der Folge zwangsläufig zu einem Preiszerfall führen. Diesem Trend versucht man immer mehr mit grösseren Diversifizierungen des Sortiments entgegenzusteuern.

Gesundheit

Durch ihren hohen Gehalt an Carotinoiden sollen Aprikosen das Immunsystem stärken, Krebserkrankungen vorbeugen, die Haut vor UV-Strahlung schützen und Ablagerungen in den Arterien verhindern. Überdies wirken sie durch das Vitamin B5 (Niazin) nervenstärkend und ihre Folsäure regt Blutbildung und Zellerneuerung an. Auch die Haut und das Haar werden durch Aprikosen glatter und kräftiger. Aprikosen

Markt

Pro Person und Jahr werden in der Schweiz rund 1,5 kg Aprikosen konsumiert. Das ist mengenmässig etwa gleich viel wie bei Kirschen und etwas weniger als bei den Zwetschgen. Die einheimische Produktion deckt diesen Bedarf zu etwa 43% ab, der Rest wird importiert – hauptsächlich aus Frankreich. Der grösste Teil der Aprikosen landet auf dem Frischmarkt. Die Entwicklung im Verkaufsregal kann je nach Sorte sehr unterschiedlich verlaufen. Einige Sorten reagieren empfindlich auf häufiges Anfassen, sie werden runzlig, kriegen braune Verfärbungen im Steinbereich und/oder die Haut fängt an zu marmorieren.