Die Quitte

Hätten Sie das gedacht?

Weltweit gibt es um die 200 Sorten Quitten. Sie sind bekannt unter dem Namen Apfel- und Birnenquitten, japanische und chinesische Zierquitten, man kennt die Quitte aber auch unter dem Namen Kretischer Apfel oder Schmeckbirne. Die alten Griechen sollen es gewesen sein, die der gelben Frucht zu kulinarischer Ehre verholfen haben. Als Frucht der Aphrodite war sie obendrein heilig und galt als Symbol für Liebe, Glück und Fruchtbarkeit.

Herkunft und ursprüngliche Heimat

Die ursprüngliche Heimat der Quitte war vermutlich der Iran, Armenien und der Kaukasus, Südostasien, wo es noch heute die meisten Sorten gibt. Ihren botanischen Namen «Cydonia oblonga» verdankt die Quitte jedoch der antiken Stadt Kydonia (heute Chania) auf der griechischen Insel Kreta. Dort bauten Bauern die Früchte vermutlich erstmals als Feldobstkultur an.

Frucht der griechischen Mythologie

Eine bedeutende Rolle spielten sie wohl auch in der griechischen Mythologie. Quitten galten früher als Glücks- und Fruchtbarkeitssymbol. So glaubt man heute, dass etwa der «goldene Apfel des Paris» oder die «Hesperiden- Äpfel» eigentlich Quitten waren. 

Familie der Quitte

Die Quitte gehört zur Familie der Rosaceen. In der Schweiz werden nur noch wenige Quittenbäume kultiviert. Quitten können nicht frisch konsumiert werden. Wegen ihres besonderen Aromas sind sie aber beliebt für Kompotte, Konfitüre oder Gelees. Unterschieden werden die rundlichen Apfelquitten und die länglichen Birnenquitten. Letztere sind in der Schweiz häufiger. Die Erntezeit liegt in der ersten Hälfte des Oktobers.

Quitten der Ursprung der Konfitüre

Der Nährstoffgehalt der Früchte ähnelt denen von Äpfeln und Birnen. Quitten enthalten jedoch mehr Fruchtsäure und Faserstoffe, darunter das Pektin (Mehrfachzucker). Sie können ein Vielfaches ihres eigenen Gewichtes an Flüssigkeit binden. Deshalb gelingen Konfitüren und Gelees aus Quitten auch ohne Geliermittel. Die Quitte gilt als eine der ersten Früchte, aus denen Konfitüre hergestellt wurde. Beispielsweise soll das Wort «Marmelade» von dem portugiesischen Wort «marmelo» für Quitte abstammen.

Quitten in der Küche

Quitten werden in der Regel gedünstet oder gedämpft, zusammen mit Schwarzwurzeln in einer Rote-Beeten-Sauce als Gemüse, zusammen mit Kartoffeln in einem deftigen Currygericht, als Quitten-Ingwer-Butter in einem bunten Herbstsalat, als Kuchen, Auflauf oder Kompott. Und natürlich als Gelee. Gibt man Apfel- und Zwetschgenmus einen kleinen Quittenanteil bei, werden diese dadurch schmackhafter.

 

Weitere Verwendung

Interessant ist, dass ein Auszug aus den Quittensamen auch in der heutigen Kosmetik eingesetzt wird. Sehr hautverträglich soll er sein, reizmildernd und entzündungshemmend (zum Beispiel in Quitten-Körpermilch und Quitten-Gesichtscreme). Als «Hustenbonbons» leisten getrocknete Quittenkerne, einfach nur gelutscht, wirksame Dienste. Zerkauen sollte man die Kerne aber nicht, sie schmecken extrem bitter.

 

Einkauf und Qualität der Quitten

Achten Sie beim Einkauf auf den Duft der Quitten, reife Früchte duften intensiv nach Zitrone und Apfel. Ausserdem ist auf ihrer Schale kaum noch etwas von dem charakteristischen Flaum zu finden. Kleine Quitten schmecken übrigens besser als grosse. Es gibt zwei Quittensorten: die in der Form eines Apfels und Birnenquitten. Apfelförmige haben eine härtere Schale und sind weniger saftig als birnenförmige, dafür sind sie herzhafter im Geschmack. Keine Früchte mit Rissen oder Flecken kaufen. Quitten sind sehr schnell verdorben, wenn sie Druckstellen bekommen.